Peine/Arnsberg. Philipp Reinhardt vom Budo-Sport-Club Peine ist Weltmeister im K1-Kickboxen der World Thai Kickboxing Association (WTKA). Bei den World Martial Arts Championships in Arnsberg setzte sich der Schwergewichtler gegen internationale Konkurrenz durch und sicherte sich den bislang größten Erfolg seiner Karriere.
Mehr als 800 Athletinnen und Athleten aus zahlreichen Nationen gingen bei der Weltmeisterschaft in den Disziplinen K1, Muay Thai, MMA, Leichtkontakt, Pointfighting und Formen an den Start. Für Reinhardt war das Turnier bereits der zweite Höhepunkt innerhalb weniger Wochen. Erst im Juni hatte er sich mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft der WKC für die Weltmeisterschaft des Verbandes in Spanien qualifiziert.
In Arnsberg erhielt der Peiner aufgrund seiner bisherigen Erfolge die Startberechtigung im Schwergewicht der WTKA. Nach einem Freilos zum Auftakt traf Reinhardt im Viertelfinale auf den Franzosen Cédric Feutry. Gegen den routinierten Gegner tat sich der Peiner zunächst schwer, ehe er in der zweiten Runde mit einem Auslagenwechsel und mehreren harten Lowkicks die Kontrolle übernahm. Feutry musste den Kampf schließlich aufgeben.
Im Halbfinale setzte sich Reinhardt nach Punkten gegen Yannick Jakobs aus Koblenz durch und zog ins Finale gegen Salah Eddine Yalaoui aus Algerien ein, der in den Niederlanden trainiert.
Das Spitzen-Duell entwickelte sich zu einem intensiven Kampf auf hohem Niveau. Vor allem im Clinch brachte Yalaoui den Peiner mit harten Knien zum Körper mehrfach in Bedrängnis. Reinhardt fand jedoch zurück in den Kampf und entschied die zweite Runde deutlich für sich. Mit drei Kopftreffern durch Tritte und einem wirkungsvollen Knie zum Körper schickte er seinen Gegner zu Boden und zwang ihn in die Zählung. Am Ende werteten die Punktrichter den Kampf einstimmig zugunsten des Peiners.
Erst bei der Siegerehrung fiel die Anspannung sichtbar von Reinhardt ab. Als WTKA-Präsident Salvatore Tiso ihm den Weltmeistergürtel überreichte, wurde aus der Konzentration der vergangenen Stunden pure Freude. Gemeinsam mit seinen mitgereisten Trainingspartnern und den Zuschauern feierte der Peiner seinen Titelgewinn.
„Vor drei Jahren war durch mein verletztes Knie an eine erneute Wettkampfteilnahme überhaupt nicht zu denken. Und jetzt konnte ich die WM in einem der größten K1 Verbände für mich entscheiden – absoluter Wahnsinn!“, sagte der 31-Jährige nach seinem Erfolg. Sein Dank galt insbesondere seinen Trainern, Sparringspartnern und seinem Orthopäden Stephan Quast.
Viel Zeit zum Feiern bleibt Reinhardt allerdings nicht. Bereits in den kommenden Monaten stehen für ihn die Weltmeisterschaften der WKC in Spanien sowie der ICO in Frankreich auf dem Programm. Langfristig möchte sich der Peiner auch im größten Weltverband, der WAKO, mit der internationalen Spitze messen.